Bewertung und Einführungsstrategien für Oberleitungs-Lkw im deutschen Fernstraßennetz

Bewertung und Einführungsstrategien für Oberleitungs-Lkw im deutschen Fernstraßennetz

Untersuchung verkehrlich besonders geeigneter Abschnitte des deutschen Autobahnnetzes für den Aufbau einer Oberleitungsinfrastruktur als Grundlage für Netzausbaustrategien von Pilotstrecken auf dem Weg zu einem Kernnetz in unterschiedlichen Ausbauzuständen.

 

Gemeinsam mit den Projektpartnern Öko-Institut, Hochschule Heilbronn und Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat Intraplan die Potentiale der Einführung eines Oberleitungs-Lkw-Systems in Deutschland untersucht. Dabei wurden u.a. die verkehrlichen Potentiale vertieft analysiert, Einführungsstrategien untersucht und Verminderungspotentiale der CO2-Treibhausgasemissionen ermittelt: auf einem Autobahn-Kernnetz von rund 4.000 km mit Oberleitung in Deutschland könnte ca. ein Drittel der Verkehrsleistung des LKW-Fernverkehrs elektrisch erfolgen, dabei liessen sich mit bis zu 12 Millionen Tonnen CO2 ca. ein Drittel der Treibhausgasemissionen des schweren Straßengüterverkehrs in Deutschland einsparen.

Veröffentlichung hierzu in der Zeitschrift Internationales Verkehrswesen (Heft 2/​2018)

https:/​/​www.internationales-verkehrswesen.de/​internationales-verkehrswesen-2-2018/​

 

 

In diesem Artikel wird die modellgestützte Entwicklung eines Kernnetzes für den Einsatz von schweren Oberleitungs-LKW auf dem bundesdeutschen Autobahnnetz beschrieben, die im Rahmen des Forschungsvorhabens StratON erarbeitet wurde.

Im vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit geförderten Forschungsvorhaben StratON (Bewertung und Einführungsstrategien für oberleitungsgebundene schwere Nutzfahrzeuge) untersuchen das Öko-Institut e.V., die Hochschule Heilbronn und das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Zusammenarbeit mit Intraplan den möglichen Einsatz von Oberleitungs-LKW auf dem deutschen Straßennetz in technischer Hinsicht, unter verkehrlichen Gesichtspunkten, in Bezug auf Netzentwicklungsstrategien, Markteinführungsszenarien sowie Geschäfts- und Finanzierungsmodellen und bewerten dies unter ökonomischen und ökologischen Kriterien.

Der Artikel behandelt u.a. die Entwicklung der Verkehrsmengengerüste für das Prognosejahr 2050, die zugrundeliegenden Fahrzeug- und Fahrtendefinitionen, die Identifizierung geeigneter Strecken unter verkehrlichen und weiteren Bedingungen, die Entwicklung eines elektrifizierten Kernnetzes und die Frage, wie dieses Netz durch Verknüpfung der einzelnen Strecken gebildet werden soll anhand des Vergleichs zweier alternativer Netzentwicklungsstrategien.

Ergebnis ist ein Kernnetz mit Oberleitung elektrifizierter Autobahnstrecken mit einer Gesamtlänge von knapp 4300 Kilometern, durch Strombündelanalysen wurden die Fahrten mit schweren LKW größer 4 Achsen ermittelt, die mindestens 100 km auf diesem Kernnetz zurücklegen sowie die Vorlauf- und Nachlaufentfernungen dieser Verkehre auf dem übrigen nicht elektrifizierten Straßennetz. Mit batterieelektrischen Oberleitungs-LKW, bei denen die Vor- und Nachlaufentfernung wg. des Batteriegewichts jeweils 100 km nicht überschreiten sollte, könnten auf diesem Kernnetz ca. 90.000 Fahrten pro Tag mit 23 Mio. Fahrzeugkilometern stattfinden, mit Oberleitungs-Hybridfahrzeugen könnte die Vorlauf- und die Nachlaufentfernung auf jeweils 250 km ausgeweitet werden, damit wären dann ca. 130.00 LKW-Fahrten am Tag mit knapp 36 Mio. Fahrzeugkilometern möglich, das entspräche einem Viertel der Gesamtfahrleistung mit Glieder- und Sattelzügen in Deutschland.

 

online abrufbare Projektinfomationen

Kurzinformation [pdf]

Endbericht [pdf]

Projektdaten

Projekt: StratON – Bewertung und Einführungsstrategien für oberleitungsgebundene schwere Nutzfahrzeuge

 

Projektpartner: Öko-Institut, Hochschule Heilbronn, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

 

Gefördert durch: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Programms »erneuerbar mobil«

 

Bearbeitungszeitraum: 2016-2020

 

 

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Markus Schubert

Dipl.-Geogr. Gregor Nebauer

 

 

 

 

 

 

 

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