Entscheidungs­grundlagen für die Privat­finanzierung von Straßen­bau­projekten

Privat­finanzierungs­modelle für Straßen­bau­projekte – oft auch als PPP-Projekte bezeichnet - erzielen durch die verstärkte Einbindung von privaten Investoren Effizienzgewinne (Projektkosten, Erstellungszeiten) und bieten eine Möglichkeit, auch in Zeiten knapper öffentlicher Mittel für den Bundesfernstraßenbau dennoch den Ausbau des Netzes voranzubringen. Der grundsätzliche Unterschied zu klassischen Straßenbau­projekten besteht darin, dass hier ein privater Konzessionär für die Finanzierung und den Bau sowie für Betrieb und Erhaltung für einen definierten Zeitraum verantwortlich ist. Zur Refinanzierung des Projekts erhält er für den entsprechenden Zeitraum eine Vergütung, die abhängig ist von der Verkehrsmenge auf dem Konzessionsabschnitt. Somit übernimmt der Konzessionär das Verkehrsmengenrisiko. Um sein Angebot im Rahmen der Ausschreibung einer solchen Konzession fundiert kalkulieren zu können, benötigen der private Investor sowie ggf. dessen Fremdkapitalgeber verlässliche Prognosen über die Entwicklung des einnahmerelevanten Verkehrs auf der Konzessionsstrecke über den Konzessionszeitraum hinweg. Diese Verkehrsprognosen liegen der Berechnung der Zeitreihe der Einnahmen zugrunde, dienen aber darüber hinaus auch als Grundlage für die Berechnung der Erhaltungsaufwände während der Konzessionsperiode.

 

In Deutschland und seinen Nachbarländern wurden in den letzten Jahren verschiedene Modelle aufgesetzt, nach denen eine Privatfinanzierung von Straßenbauprojekten möglich ist. Für das deutsche Autobahnnetz ist hier insbesondere das sog. A-Modell zu nennen, nach dem ein privater Investor einen Autobahnabschnitt von vier auf sechs Fahrspuren ausbaut und anschließend für 30 Jahre Betrieb und Erhaltung dieser Strecke übernimmt. Neben einer optional möglichen Anschubfinanzierung bestehen die Einnahmen des Konzessionärs aus der in dieser Zeit anfallenden Lkw-Maut auf der Konzessionsstrecke.

 

Auf der Basis von langjährigen Erfahrungen im Erstellen von Verkehrsprognosen hat Intraplan in den vergangenen Jahren hier mehrere Projekte im In- und Ausland als Verkehrsberater von Bewerberkonsortien erfolgreich begleitet. Neben der Erstellung von Verkehrsmengen-Prognosezeitreihen liegen die Schwerpunkte solcher Projekte für den Verkehrsberater in der Berechnung von verschiedenen Entwicklungsszenarien (z.B. Netzausbau, Wirtschaftsentwicklung, politische Rahmenbedingungen) sowie in der Unterstützung des Bewerberkonsortiums gegenüber dem Konzessionsgeber und den Fremdkapitalgebern.

Projektdossier

Nachfrageprognose für das Projekt PPP Ostregion – Paket 1 (»Ypsilon«) in Österreich

 

 

 

 

 

 

 

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