Folgekostenrechnung für die RegioStadtBahn in Braunschweig

Prognose der Fahrgeldeinnahmen und Betriebskostenkalkulation für eine RegioStadtBahn in Braunschweig

 

Ausgangssituation/​Aufgabenstellung

Da sich der Braunschweiger Hauptbahnhof in Randlage befindet und die City mit dem Schienenpersonennahverkehr (SPNV) nur mit Umsteigen auf die Straßenbahnlinien der Braunschweiger Verkehrs AG zu erreichen ist, beabsichtigt der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) als zuständiger Aufgabenträger die Einführung einer RegioStadtBahn (RSB), bei der das regionale SPNV-Netz mit dem kommunalen Straßenbahnnetz verknüpft wird.

 

Als Grundlage für die GVFG-Finanzierung der hierzu erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen wurde eine Standardisierte Bewertung für ein vergleichsweise extensives RSB-Netz mit positivem Ergebnis durchgeführt. Neben einem solchen Nachweis der gesamtwirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit ist auch der Nachweis einer nachhaltigen Finanzierbarkeit der für den Betrieb der RSB benötigten Bestellerentgelte anhand einer Folgekostenrechnung erforderlich.

 

Die Folgekostenrechnung besteht aus den Elementen

Prognose der Fahrgeldeinnahmen und

Betriebskostenkalkulation.

 

Die Prognose der Fahrgeldeinnahmen baut auf den in der gesamtwirtschaftlichen Nutzen-Kosten-Untersuchung aufgestellten Mengengerüsten bezüglich der Verkehrsnachfrage auf. Die der RSB Braunschweig zuzurechnenden Fahrgeldeinnahmen setzen sich aus den Alteinnahmen auf den zur Umstellung auf die RSB vorgesehenen SPNV-Strecken und den Einnahmen aus maßnahmebedingtem Mehrverkehr zusammen.

 

Während die Alteinnahmen aus vorliegenden Statistiken entnommen werden konnten, musste der prognostizierte Mehrverkehr noch in entsprechende Mehreinnahmen umgesetzt werden. Hierzu wurde die betreffende Nachfragematrix zu einer Tarifzonenmatrix aggregiert. Für die einzelnen Preisstufen des Verbundtarifes Region Braunschweig (VRB-Tarif) wurden die über die genutzten Fahrscheingattungen gemittelten spezifischen Fahrgeldeinnahmen je Personenfahrt aus den vorliegenden Verkaufsergebnissen abgeleitet. Die Mehreinnahmen ergaben sich durch die Bewertung des Mehrverkehrsaufkommens mit den mittleren spezifischen Fahrgeldeinnahmen je Preisstufe.

 

Die Betriebskostenkalkulation erfolgte differenziert nach den Kostenkomponenten

Trassen- und Stationsentgelte EBO-Strecken,

Trassen- und Stationsentgelte BOStrab-Strecken,

Unterhaltung der Fahrzeuge,

Energie,

Fahrpersonal,

Marketing und Vertrieb sowie

Overheads.

 

Darüber hinaus wurden die erforderlichen Investitionen und Reinvestitionen für die Schieneninfrastruktur und einen (fiktiven) RSB-Betriebshof in die Folgekostenrechnung eingestellt. Den Investitionsausgaben wurden die zu erwartenden Fördermittel als Einnahmen gegenübergestellt.

 

Ergebnisse

Ergebnis der Folgekostenrechnung für das ursprünglich eher extensiv ausgelegte RSB-Netz war ein Kostendeckungsfehlbetrag, der durch die dem ZGB zur Verfügung stehenden Regionalisierungsmittel nicht gedeckt ist. Trotz des positiven gesamtwirtschaftlichen Bewertungsergebnisses ist das RSB-Netz so zu straffen, dass das verfügbare Budget an Bestellerentgelten nicht überschritten wird.

Dies erfolgt anhand eines iterativen Planungsprozesses mit Netzentwicklung, Nachfrageprognose, gesamtwirtschaftlicher Bewertung und Folgekostenrechnung. Zielsetzung hierbei ist ein hinsichtlich der Folgekosten finanzierbares RSB-Netz, bei dem die gesamtwirtschaftlichen Nutzen den Kapitaldienst für die ortsfeste Infrastruktur übersteigen.

 

Projektdaten

Auftraggeber: Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB)

Bearbeitungszeitraum: 2004, 2007–2008

Ansprechpartner bei Intraplan: Hans-Ulrich Mann

 

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Hans-Ulrich Mann

 

 

 

 

 

 

 

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