Gesamtwirtschaftlicher Nutzen der VAG-Verkehrsleistungen im Jahr 2007

Darstellung der Kosten für den ÖPNV und den hieraus resultierenden gesamtwirtschaflichen Vorteilen der VAG-Verkehrsleistungen (2007).

 

Ausgangssituation und Aufgabenstellung

Der kommunale ÖPNV ist in der Regel ein Zuschussbetrieb, dessen Defizit von den kommunalen Aufgabenträgern abgedeckt werden muss, so auch bei der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg. Er konkurriert mit vielfältigen anderen kommunalen Aufgaben um immer knapper werdende öffentliche Finanzmittel.

Es war die Aufgabe des Gutachtens, diesen »Kosten« des ÖPNV für die Stadt Nürnberg die hieraus resultierenden gesamtwirtschaftlichen Vorteile des ÖPNV gegenüberzustellen. Diese bestehen zum einen aus dem gesamtwirtschaftlichen Nutzen in Form eines funktionierenden, kostengünstigen, sicheren und umweltfreundlichen Verkehrssystems für die Bürger und die Wirtschaft in Nürnberg und zum anderen aus den wirtschaftlichen Impulsen, die von einem derartigen regional verwurzelten Unternehmen auf die Wirtschaft in der Stadt Nürnberg und in der Metropolregion ausgehen.

 

Untersuchungsmethodik

Bereits Mitte der 90er Jahre wurde das Verfahren »kommunaler Nutzen des ÖPNV« u.a. am Beispiel der Referenzkommune Nürnberg entwickelt. Dieses Verfahren wurde im Hinblick auf die Kosten- und Wertansätze aktualisiert und an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. In diesem Verfahren wird der Nutzen des ÖPNV dadurch nachgewiesen, dass dem Istzustand ein sogenannten »Reduktionsszenario« gegenübergestellt wird, bei dem die verkehrliche Situation in Nürnberg mit einem um 50% reduzierten ÖPNV-Angebot »simuliert« wird. Die Effekte dieses reduzierten ÖPNV-Angebots werden für die drei Wirkungskreise

 

kommunaler Haushalt,

Verkehrsteilnehmer und

Allgemeinheit

 

aufgezeigt.

 

Die Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte der VAG-Nürnberg im Jahr 2007 wurden vom Eduard Pestel Institut mit Hilfe von volkswirtschaftlichen Input-Output-Tabellen auf der Grundlage der Geschäftszahlen der VAG-Nürnberg ermittelt.

 

Ergebnisse

Der Nutzen der von der VAG Nürnberg im Jahr 2007 erbrachten Verkehrsleistungen übersteigt den Zuschussbedarf durch die Stadt Nürnberg um knapp das fünffache. Bei einer Halbierung der von der VAG erbrachten Betriebsleistungen ließe sich das Defizit der VAG zwar um jährlich knapp 22 Mio. € senken, allerdings würde dieser jährliche Einsparungseffekt durch Vorhaltungskosten für zusätzlich erforderliche Straßen- und Parkraumvorhaltungskosten weitgehend wieder aufgezehrt. Denn die Stadt müsste, um einen Zusammenbruch des Straßenverkehrs in Nürnberg zu vermeiden, deutlich mehr in die Infrastruktur des ruhenden und fließenden MIV investieren. Der ÖPNV eröffnet den Verkehrsteilnehmern die Möglichkeit einer kostengünstigen Mobilität. Verlagerungen vom ÖPNV auf den MIV aufgrund der reduzierten VAG-Angebote würden zu zusätzlichen Ausgaben im Personenverkehr von knapp 54 Mio. € je Jahr führen. Und die Allgemeinheit hätte zusätzliche Umwelt- und Unfallschäden von ca. 34 Mio. € zu tragen. Allein die CO2-Emissionen des MIV würden um 62.000 t je Jahr ansteigen, wohingegen sich bei verminderten Leistungsangeboten der VAG im ÖPNV nur 22.000 t je Jahr einsparen ließen.

 

Von den Gesamtausgaben der VAG Nürnberg verblieben 2007 74% in der Metropolregion. Der Ausgabenimpuls der VAG führte direkt, indirekt und induziert zu einer Gesamtwertschöpfung in Deutschland von knapp 340 Mio. €, von denen etwa 2/​3 auf die Metropolregion entfielen. Aufgrund der indirekten und induzierten Effekte kommt zu jedem Arbeitsplatz der VAG ein zusätzlicher Arbeitsplatz in Nürnberg und 0,4 Arbeitsplätze in der Metropolregion außerhalb Nürnbergs hinzu.

 

Projektdaten

Auftraggeber: VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg

Bearbeitungszeitraum: 2008–2009

Ansprechpartner bei Intraplan: Dr. Martin Arnold

Projektpartner: Verkehrswissenschaftliches Institut Stuttgart und Eduard Pestel Institut für Systemforschung, Hannover

 

Ansprechpartner

Dr. rer. pol. Martin Arnold

 

 

 

 

 

 

 

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