Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr – Winter 2018/​19

Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr – Winter 2018/​19

Im Rahmen der Gleitenden Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr erstellt Intraplan im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in halbjährlichem Turnus die Mittelfristprognose. Sie erstreckt sich auf alle Verkehrsträger des Güter- und des Personenverkehrs und bezieht auch die Haupteinflussgrößen der Verkehrsnachfrage ein. Prognosehorizont der aktuellen Ausgabe sind die die Jahre 2019 bis 2022. Zudem wird auch ein Überblick über die voraussichtliche Entwicklung im Jahr 2018 gegeben. Die Prognosen für den Luftverkehr wurden vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) erstellt.

 

Aufgabenstellung

Aufgabenstellung des Projekts ist die Erstellung von gleitenden kurz- und mittelfristigen Prognosen der wichtigsten Kennziffern der Verkehrsnachfrage im Güter- und im Personenverkehr. Sie dienen insbesondere dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur als Basisinformation für unterschiedliche politische Aktivitäten sowie zur Fundierung von Investitionsentscheidungen. Darüber hinaus besitzen sie auch für Planungen und Entscheidungen anderer Politikbereiche (Wirtschaft, Umwelt, Energie etc.), sowie der Verkehrswirtschaft und anderer Wirtschaftsbereiche (Fahrzeugbau, Mineralölwirtschaft etc.) eine hohe Bedeutung.

 

Seit 2002 wird die Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr in einem halbjährigen Turnus erstellt. Dabei erstreckt sich die Sommerprognose jeweils auf das laufende und die beiden folgenden Jahre und die Winterprognose auf die Schätzung der Verkehrsentwicklung des Vorjahres, die kurzfristige Prognose für das laufende (begonnene) Jahr und die mittelfristige Prognose für das drei Jahre danach liegende Jahr.

 

 

Konzeption

Die zentralen Zielgrößen der kurz- und mittelfristigen Verkehrsprognose bilden

 

das Verkehrsaufkommen, gemessen in Beförderten Personen bzw. Tonnen

und die Verkehrsleistung, gemessen in Personen- bzw. Tonnenkilometern

 

in den Güterverkehrsarten Straßengüterverkehr, Eisenbahnverkehr, Binnenschifffahrt, Rohrfernleitungen, Luftfracht und Seeverkehr (über deutsche Seehäfen) sowie in den Personenver-kehrsarten Motorisierter Individualverkehr, Öffentlicher Straßenpersonenverkehr (ÖSPV), Ei-senbahnverkehr und Luftverkehr.

 

Der Straßengüterverkehr wird zusätzlich nach der Nationalität der Fahrzeuge (deutsche /​ aus-ländische Lkw) sowie der Eisenbahnpersonenverkehr und der ÖSPV nach Nah- und Fernverkehr differenziert. Im Bereich des Individualverkehrs werden – neben dem Verkehrsaufkommen und der -leistung – zusätzlich der Pkw-Bestand und die Pkw-Fahrleistung als zentrale Kennzahlen prognostiziert.

 

Grundsätzlich sind für die kurz- und mittelfristige Prognose der Verkehrsentwicklung Annahmen zu den wesentlichen Rahmenbedingungen erforderlich. Zu ihnen zählen vor allem die demo-graphischen sowie die gesamt- und branchenwirtschaftlichen Leitdaten, darüber hinaus auch die Verkehrsmittelnutzerkosten, die ordnungsrechtlichen bzw. administrativen Rahmenbedingungen sowie Entwicklungen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur und des Verkehrsangebots, soweit sie auf die aggregierte Verkehrsentwicklung in Deutschland einen messbaren Einfluss ausüben,

 

 

Ergebnisse der Winterprognose 2018/​19

Für den Güterverkehr im Jahr 2019 wird – trotz der zu erwartenden spürbaren gesamtwirtschaftlichen Abschwächung – ein weiteres spürbares Wachstum um 2,8 % (Transportleistung) prognostiziert. Wesentlicher Grund dafür ist der Wegfall von mehreren Faktoren, die im Vorjahr dämpfend gewirkt haben, insbesondere im Bereich der aufkommensstarken Baustoff- und Kohletransporte. Das mit Abstand stärkste Plus entsteht bei der Binnenschifffahrt (9,8 %), allerdings ausschließlich wegen der Basiseffekte aus dem drastischen wasserstandsbedingten Einbruch im Jahr 2018 (-14,5 %).Innerhalb der beiden anderen Hauptverkehrsträger wird für den Eisenbahnverkehr ein etwas höheres Wachstum (3,5 %) vorausgeschätzt als für den Straßengüterverkehr (2,4 %). Dazu tragen die Anhebung der Lkw-Maut und die Trassenpreissenkung bei. Für den Zeitraum bis 2022 ist nach dem derzeitigen Erkenntnisstand eine etwas geringere gesamtmodale Wachstumsrate (2,3 % p.a.) zu erwarten. Damit verzeichnet die (gesamtmodale) Güterverkehrsleistung seit 2013 eine bemerkenswert stetige Aufwärtsbewegung mit einer jahresdurchschnittlichen Wachstumsrate von 2,2 %. In der mittelfristigen Sicht wird sich die Dynamik zwischen Straßen- und Schienenverkehr kaum unterscheiden (jeweils rund 2½ %). Die Binnenschifffahrt wird unter der Annahme von halbwegs normalen Wasserständen über eine annähernde Stagnation nicht hinauskommen.

 

Der Personenverkehr sollte im Jahr 2019 – nach der annähernden Stagnation im Vorjahr, die in erster Linie durch den Kraftstoffpreisanstieg ausgelöst wurde, – wieder auf den Wachstumspfad (1,2 %) zurückfinden. Für den (motorisierten) Individualverkehr, auf den 80 % des gesamtmodalen Verkehrs entfallen, wird ein etwas schwächeres Plus (1,0 %) erwartet, das maß-geblich durch die (im Jahresdurchschnittsvergleich) sinkenden Benzinpreise und die anhaltende Ausweitung des Pkw-Bestands ausgelöst wird. Die höchste Zunahme zeichnet sich im Eisenbahnverkehr (3,3 %) ab, wozu nicht nur, wie 2018, der Fern-, sondern auch der Nahverkehr beitragen. Für den Luftverkehr wird auf Grund der weltweiten konjunkturellen Abschwächung ein (für diesen Verkehrsträger) vergleichsweise geringer Anstieg um 2,4 % vorausgeschätzt. Für den öffentlichen Straßenpersonenverkehr (ÖSPV) schließlich wird eine »schwarze Null» erwartet, darunter im Nahverkehr ein moderates Wachstum (0,4 %). Für den Zeitraum bis 2022 ist für die meisten Verkehrsträger ein geringeres Plus zu erwarten, weil manche Sonderfaktoren des laufenden Jahres, d.h. der Kraftstoffpreisrückgang und Angebotseffekte im Schienenverkehr, entfallen dürften. Lediglich der Luftverkehr kann wegen der anzunehmenden Erhöhung der weltwirtschaftlichen Dynamik eine höhere Zunahme erwarten als im laufenden Jahr.

 

 

 

Projektdaten

Auftraggeber:

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Bearbeitungszeitraum der aktuellen Ausgabe: September 2018 bis Februar 2019

Ansprechpartner bei Intraplan: Dr. Markus Schubert

 

 

 

 

 

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Markus Schubert

 

 

 

 

 

 

 

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