Machbarkeitsstudie Hochgeschwindigkeitsverkehr Indien

Machbarkeitsstudie Hochgeschwindigkeitsverkehr Indien

Indien entwickelt sich äußerst dynamisch und macht sich derzeit auf, ein landesweites Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz zu entwerfen. Sowohl landesweit als auch für einzelne Korridore liegen bereits Studien und Entwürfe vor. Die Aufgabenstellung für dieses Projekt bestand darin, in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die sozio-ökonomischen Strukturen und Randbedingungen in Indien überhaupt geeignet sind für die Implementierung eines Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehres, und inwieweit die deutschen Rahmenbedingungen und Ansätze mit denen in Indien vergleichbar sind bzw. als Blaupause dienen können. Im zweiten Schritt war dann zu klären, inwieweit sich der konkrete südindische Korridor Chennai – Bengaluru – Mysuru für eine solche Verbindung eignet und welches die optimale Routenführung und Ausgestaltung dafür ist.

 

Untersuchungsmethodik

Für den Untersuchungsraum – einerseits ganz Indien und im speziellen der Untersuchungskorridor mit den Staaten Tamil Nadu, Karnataka und Andhra Pradesh – wurde zunächst eine fundierte Analyse des Status Quo vorgenommen. Diese bezog sich einerseits auf die sozio-ökonomischen Strukturen und andererseits auf die Verkehrsinfrastruktur und die Verkehrsströme.

Mittels Prognosen für die verkehrsrelevanten Rahmenbedingungen wurde das Verkehrsgeschehen bis über das Jahr 2050 hinaus als Referenzfall prognostiziert. Neben der sozio-ökonomischen Entwicklung spielt dabei auch die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur für die einzelnen Verkehrsmittel eine entscheidende Rolle, denn in vielen Teilen ist der Verkehr in diesem dynamischen Land durch Engpässe in der Infrastruktur geprägt und limitiert.

Im Vergleich zu diesem Referenzfall wurden sechs Varianten möglicher Hochgeschwindigkeitsstrecken untersucht und bewertet. Dabei wurden sowohl eigenständige Lösungen (ohne Verbindung zum bestehenden konventionellen Eisenbahnnetz) als auch Mischverkehrslösungen untersucht, die bestehende Infrastrukturen einbinden und umgekehrt auch einen Nutzen für die konventionellen Verkehre erzeugen.

Für die aus diesen Vergleichen ermittelte Vorzugsvariante wurden abschließend ein Implementierungskonzept und eine Finanzierungsskizze entwickelt, die die Machbarkeit eines solchen Projektes nachweisen.

 

Untersuchungsergebnis

Die erste zentrale Erkenntnis war, dass sich die Rahmenbedingungen in Indien für die Einführung von Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverkehren eignen, und dass der deutsche Ansatz für eine Übertragung geeignet ist. Weiterhin wurde sehr deutlich, dass der zu untersuchende Korridor Chennai – Bengaluru – Mysuru in besonderem Maße Eigenschaften aufweist, die ihn als Anwendungsfall prädestinieren.

Dies zeigte sich auch darin, dass für alle sechs untersuchten Strecken- und Angebotsvarianten in der Nutzen-Kosten-Untersuchung eine betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Machbarkeit eindeutig nachweisen ließ. Dies galt gleichermaßen für die eigenständigen Lösungen wie für die Mischverkehrsvarianten. Trotz Vorteilen für letztere wurde in Abstimmung mit der indischen Seite die eigenständige Lösung mit möglichst direkter Routenführung als die zu vertiefende Vorzugsvariante ausgewählt.

Für diese wurde dann – wiederum in zwei Varianten, einerseits in Standardspur und andererseits in Indischer Breitspur – ein Implementierungsplan entwickelt. Für die vorteilhafte Variante in Indischer Breitspur wurde weiterhin abschließend eine mögliche Finanzierungsvariante skizziert.

Projektergebnis ist somit der Nachweis der Machbarkeit einer Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverbindung von Chennai über Bengaluru nach Mysuru aus technischer und ökonomischer Hinsicht sowie unter Berücksichtigung von Umweltgesichtspunkten. Die Studie wurde dem indischen Eisenbahnministerium übergeben, das auch bereits während der Erstellung eng in die Entscheidungsfindung eingebunden war.

 

Projektdaten

Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Bearbeitungszeitraum: 2017 /​ 2018

Ansprechpartner bei Intraplan: Dr. Markus Schubert, Tobias Kluth

Projektpartner: DB Engineering & Consulting, Vössing Ingenieure

 

 

 

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Markus Schubert

Dipl.-Math. oec. Tobias Kluth

 

 

 

 

 

 

 

Seite drucken