Nachfrageprognose für das Projekt PPP Ostregion – Paket 1 (»Ypsilon«) in Österreich

Nachfrageprognose für das Projekt PPP Ostregion – Paket 1 (»Ypsilon«) in Österreich

Erstellung einer detaillierten Prognose des Verkehrsgeschehens auf der Konzessionsstrecke und der entsprechenden Mauteinnahmen.

 

Aufgabenstellung

Die österreichische ASFINAG (Autobahn- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft) hat im Jahr 2005 eine Konzession »PPP Ostregion – Paket 1« ausgeschrieben, die den Neubau von 51 km der S1 »Wiener Außenring Schnellstraße« und S2 »Wiener Nordrand Schnellstraße« sowie der Autobahn A5 »Nordautobahn« umfasste. Um diese Konzession im Umfang von knapp einer Milliarde Euro hat sich (letztlich erfolgreich, Baubeginn Februar 2007) das Konsortium »Bonaventura«, bestehend aus den Unternehmen Hochtief PPP Solutions, Alpine Mayreder Bau GmbH und Egis Projects S.A. beworben.

Wir waren für dieses Konsortium während der Ausschreibung tätig, um die zur Ausarbeitung des Angebots an die ASFINAG benötigten Verkehrsprognosen zu erstellen und das Konsortium in Fragen der Verkehrsentwicklung zu beraten. Der Konzessionär erhält über die Konzessionslaufzeit von 30 Jahren eine Refinanzierung, die sich zu einem Teil von 30 % der tatsächlichen Verkehrnachfrage bemisst (Schattenmaut). Daher war es essentielle Grundlage der Kalkulation des Angebots, eine detaillierte Prognose des Verkehrsgeschehens auf der Konzessionsstrecke zu erstellen.

 

Untersuchungsmethodik

In einem ersten Schritt wurde eine Erfassung der verkehrlichen Situation im Basisjahr 2004 vorgenommen. Dazu wurden Verkehrsnetze erstellt, die ganz Europa umfassen und im engeren Untersuchungsgebiet, d.h. insb. in Ostösterreich, sehr fein detailliert sind. Eine Verkehrsstrommatrix wurde erzeugt und anhand veröffentlichter Straßenzählwerte kalibriert.

 

Für die Verkehrsprognose wurden Stützjahre innerhalb des 30-jährigen Konzessionszeitraumes definiert, für die dann mittels der von Intraplan entwickelten Verkehrsplanungssoftware »RegioPlan« eine detaillierte Prognoserechnung durchgeführt wurde. Die übrigen Jahre wurden durch Interpolation in die Zeitreihe ergänzt.

 

Bei der Berechnung der Verkehrsprognosen wurden die Entwicklung von sozioökonomischen Größen (Wirtschaftswachstum, Einwohnerverteilung), verkehrspolitische Lenkungsmaßnahmen sowie die Netzentwicklung berücksichtigt. Damit ergibt sich für jedes Prognosejahr ein Abbild des Verkehrsgeschehens im Allgemeinen und auf der Konzessionsstrecke im Besonderen.

 

Untersuchungsergebnis

Dem Konsortium wurde eine nach Pkw und Lkw getrennte Zeitreihe der jährlichen Befahrungen der Konzessionsstrecke zur Verfügung gestellt. Diese bildete die Basis für die Berechnung der verkehrsabhängigen Einnahmen aus der Konzession und somit die Grundlage für die Kalkulation der Angebotskonditionen durch das Konsortium. Weiterhin wurden diverse Sensitivitätsrechnungen durchgeführt, die die Auswirkungen der einzelnen Determinanten des Verkehrswachstums auf das Verkehrsgeschehen auf der Konzessionsstrecke sichtbar machen.

 

Darüber hinaus wurden diverse Expertisen erstellt, die das Konsortium bei der Berechnung des Erhaltungsaufwandes sowie bei den Verhandlungen mit den Fremdkapitalgebern unterstützten.

 

Projektdaten

Auftraggeber: Bewerberkonsortium Bonaventura

Bearbeitungszeitraum: 2005

Ansprechpartner bei Intraplan: Dr. Markus Schubert, Tobias Kluth

 

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Markus Schubert

Dipl.-Math. oec. Tobias Kluth

 

 

 

 

 

 

 

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