Öffentlicher Personenverkehr (ÖPV)

Der öffentliche Personennah- und -fernverkehr zählt zu den Kernkompetenzen unseres Unternehmens. Die Entwicklung des deutschen und des europäischen Schienenpersonenfernverkehrs wurde von uns beispielsweise durch die Bearbeitung des Teils »Personenverkehr« im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung oder durch die Entwicklung eines Konzeptes für den europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr für die UIC begleitet. Im Bereich des ÖPNV haben wir an den Netzkonzeptionen sowohl für große Ballungsräume (z.B. Berlin, Halle/​Leipzig, Hamburg, München, Nürnberg, Rhein/​Main, Rhein/​Neckar, Stuttgart) als auch in der Fläche mitgewirkt.

 

Die Erhöhung des Marktanteiles des öffentlichen Personenverkehrs ist eine weitestgehend unbestrittene allgemeine verkehrspolitische Zielsetzung. Viele Nahverkehrspläne beschränken sich darauf, dies durch eine eher angebotsbezogene Netzkonzeption zu erreichen. Die bis jetzt gewonnenen Erfahrungen haben aber gezeigt, dass die Grenzkosten für die Erzielung eines angebotsbedingten Mehrverkehrs mit wachsendem Ausbauzustand der ÖPNV-Netze tendenziell steigen. Darüber hinaus sind Ungleichgewichte bei der Auslastung der angebotenen Platzkapazitäten zu beobachten: Überlasteten Teilnetzen stehen Teilnetze mit einem weit unterdurchschnittlichen Auslastungsgrad insbesondere außerhalb der Hauptverkehrszeiten gegenüber.

 

Der ÖPNV kann seine gesamtwirtschaftlichen Vorteile aber nur dann realisieren, wenn die vorgehaltenen Platzkapazitäten entsprechend ausgelastet sind. Daher wurden die angebotsbezogenen Planungskomponenten von uns durch bedarfs- und effizienzorientierte Komponenten erweitert. Der Begriff »Effizienz« wurde zunächst in einem gesamtwirtschaftlichen Sinn verstanden. Zielsetzung hierbei ist es, die Bedienungskonzepte für den ÖPNV unter Berücksichtigung der Zielvorstellungen aus Sicht der Verkehrsunternehmen, der Fahrgäste und der Allgemeinheit zu optimieren. Solche Untersuchungsansätze wurden in »Integrierten ÖPNV-Planungen« beispielsweise für die Städte München und Nürnberg verfolgt.

 

Die gesamtwirtschaftliche Effizienz allein reicht aber als Beurteilungskriterium für Verbesserungsmaßnahmen im ÖPNV nicht aus, da die Fahrgäste und die Allgemeinheit bezogenen Nutzenkomponenten bei den betreffenden Finanzierungsträgern nicht kassenwirksam werden. Zur Beurteilung der nachhaltigen Finanzierbarkeit von geplanten Verbesserungsmaßnahmen wurde daher das Instrumentarium der Folgekostenrechnung entwickelt, in das auch die Aspekte der von den örtlichen Finanzierungsträgern zu leistenden Reinvestitionen eingehen. Nur dann, wenn die langfristige Finanzierbarkeit dieser Maßnahmen gesichert ist, ist deren Realisierung zu verantworten.

 

Die Mittelknappheit insbesondere bei den kommunalen Haushalten zwingt vielfach dazu, die von den betreffenden Aufgabenträgern vorzuhaltenden Bedienungsangebote auch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien zu optimieren. Hierzu wurden von uns Instrumentarien für eine Linienerfolgsrechnung entwickelt.

 

Je nach Finanzausstattung und verkehrspolitischer Zielsetzung bestehen bei den verschiedenen Aufgabenträgern unterschiedliche Randbedingungen für die Konzeption der öffentlichen Verkehrsangebote. Für alle denkbaren Planungsansätze liegen bei uns Methodenbausteine vor, die individuell entsprechend den örtlichen Gegebenheiten zu einem integrierten Untersuchungskonzept zusammengesetzt werden können.

Projektdossier

Zukünftige Finanzierung des ÖPNV

 

 

 

 

 

 

 

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