ÖPNV-Erhebung Berlin 2007

Qualitätskontrolle bei der 2007 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung durchgeführten Verkehrsergebung in allen Bussen und Bahnen der BVG und S-Bahn Berlin GmbH sowie Aufbereitung und Auswertung der Erhebungsdaten.

 

Aufgabenstellung

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung führte im Jahr 2007 eine Verkehrserhebung in allen Bussen und Bahnen der BVG und S-Bahn Berlin GmbH durch. Die Erhebungen wurden zeitgleich mit den Verkehrserhebungen für die Ermittlung der Einnahmenaufteilung im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg durchgeführt.

Unsere Aufgabe waren Qualitätskontrollen zur Feldarbeit sowie die Aufbereitung und Auswertung der Erhebungsdaten.

 

Untersuchungsmethodik

Die Kontrolle der Feldarbeit umfasste die Überprüfung der Fahrtenstichprobe auf Vollständigkeit, die stichprobenhafte Prüfung der Erhebungseinsätze vor Ort, die Überprüfung der Vollständigkeit der an die Senatsverwaltung übermittelten Erhebungsunterlagen und die Überprüfung der Erhebungsunterlagen auf Einhaltung der quantitativen Vorgaben zur Befragungsstichprobe.

 

Die Ergebnisse der Qualitätskontrollen wurden dokumentiert und den Projektbeteiligten, der Senatsverwaltung, den Verkehrsunternehmen und dem Auftragnehmer für die Feldarbeit zur Verfügung gestellt. Auf Grundlage der Kontrollberichte wurden von der Senatsverwaltung die erforderlichen Nacherhebungen veranlasst.

 

Die Aufbereitung der Erhebungsdaten umfasste die Übernahme der Erhebungsunterlagen vom Auftragnehmer Feldarbeit und den Verkehrsunternehmen, die elektronische Erfassung der Befragungsbögen sowie die Prüfung der Befragungsdatensätze auf Vollständigkeit und Plausibilität.

 

Die in den Befragungsdatensätzen dokumentierten, von den Fahrgästen zurückgelegten Wegeketten wurden zunächst auf Übereinstimmung der Ein- und Ausstiegshaltestellen mit den Laufwegen der jeweils angegebenen Linie geprüft. Nicht selten kam es vor, dass die Datensätze aufgrund ungenauer Angaben nicht konsistent waren. Das eingesetzte Prüfverfahren sah deshalb Fehlertoleranzen in Bezug auf die örtliche Lage der genannten Haltestelle (z.B. Rathaus Tiergarten und Turmstr.), die Bezeichnung der Haltestelle (z.B. Oranienburger Tor /​ Oranienburger Str.) und die genutzte Linie (z.B. fehlende Kennung von Metro- oder Expresslinie (21,M21,X21) ) vor. Ein nicht unerheblicher Anteil der Befragungsdatensätze konnte so nachträglich richtiggestellt werden.

 

In der zweiten Stufe der Plausibilitätsprüfung wurden die Wegeketten auf Sinnhaftigkeit und Umwegigkeit überprüft. Aus den Erhebungsunterlagen konnten Fahrtunterbrechungen nicht erkannt werden, da die Zeitpunkte für den Ein- und Ausstieg in die Teilwege vor und nach der Erhebungsfahrt nicht erfasst wurden. Durch einen Abgleich der dokumentierten Wegstrecke mit dem auf Basis einer fahrplangenauen Routensuche ermittelten Bestweg konnten Rund- und Umwegfahrten mit Fahrtunterbrechungen identifiziert und in plausible Teilwege aufgebrochen werden.

 

Die Hochrechnung der Zähl- und Befragungsdaten erfolgte entsprechend der Befragungsquote je Erhebungsfahrt (Befragungsdaten) und dem Umfang der Fahrtenstichprobe je Tageszeitschicht und Linie.

 

Untersuchungsergebnisse

Mit den geprüften und aufbereiteten Ergebnissen der Fahrgasterhebung liegen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aussagekräftige Nachfrage- und Auslastungskenndaten über die Nutzung von Bus, Tram, U- und S-Bahn im Stadtgebiet von Berlin vor.

 

Aus den Untersuchungsergebnissen kann zu einem späteren Zeitpunkt eine valide Quelle-Ziel-Matrix abgeleitet werden, die es ermöglicht, die Veränderungen im Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel durch entsprechend differenzierte Modellberechnungen zu bestimmen.

 

Mit diesen Informationen kann das Angebot in der Bundeshauptstadt Berlin zielgerichtet und effizient geplant und weiterentwickelt werden. Ein wirtschaftliches und nachfragegerechtes Angebot stellt die Grundlage für einen erfolgreichen ÖPNV dar.

 

Projektdaten

Auftraggeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin

Bearbeitungszeitraum: 2007–2008

Ansprechpartner bei Intraplan: Frank Schäfer

Projektpartner: omniphon GmbH, Leipzig

 

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Frank Schäfer

 

 

 

 

 

 

 

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