Reaktivierung Bahnstrecke Wölfersheim-Södel-Hungen für den SPNV

Planung der Bedienungsangebote von Bahn und Bus für eine Reaktivierung der Bahnstrecke Wölfersheim-Södel-Hungen und Bewertung der Maßnahme

 

Aufgabenstellung

Auf dem Streckenabschnitt Wölfersheim-Södel – Hungen der Bahnstrecke Friedberg – Beienheim – Hungen wurde im Jahr 2003 der Betrieb eingestellt. Vorangegangen waren in den Jahren 1998 bis 2003 eine Reihe von Untersuchungen und Gutachten, die letztendlich zur Entscheidung der Betriebseinstellung beigetragen haben. Nach der Einstellung des SPNV-Betriebs blieben die vorhandene Infrastruktur und die Widmung als Bahnstrecke erhalten. Im Jahr 2011 haben schließlich die beiden Kommunen Hungen und Wölfersheim die Bahnstrecke übernommen.

Auf dem Abschnitt Beienheim – Wölfersheim wird weiterhin ein SPNV angeboten, auf dem bis 2016 am Vormittag noch eine Angebotslücke von ca. 5 Stunden bestanden hat und der Großteil der Züge von/​bis Friedberg durchgebunden sind (RMV-Linie 31).

Die Stadt Hungen und die Gemeinde Wölfersheim haben das Ziel, dass ein attraktiver SPNV zwischen Friedberg und Hungen angeboten wird und haben daher eine Untersuchung der Reaktivierung von Wölfersheim nach Hungen beauftragt, mit dem Ziel, die gesamtwirtschaftliche Förderfähigkeit nachzuweisen.

 

Bearbeitungsinhalte

Ausgehend von älteren Untersuchungen bezüglich erreichbarer Geschwindigkeiten und Fahrzeiten sowie den im Jahr 2016 und dem für den Prognosehorizont ohne Reaktivierung geplanten Verkehrsangeboten wurden zwei Konzepte für das Bedienungsangebot Bahn im Mitfall entwickelt. Für die Vorzugslösung (Mitfall) wurden das Bedienungsangebot Bahn auf Fahrplanniveau ausgearbeitet und der Fahrzeugbedarf mittels Umlaufplanung, die auch die Linie 32 (Friedberg – Nidda) umfasste, ermittelt. Die Bedienungsangebote im straßengebundenen ÖPNV wurden an das Mitfall-Bedienungsangebot der Bahn angepasst.

Bei Intraplan lag ein den gesamten RMV-Raum umfassendes operationales Verkehrsmodell für Analyse 2010 und Prognosehorizont 2025 vor, das für die Ermittlung der von der Reaktivierung der Bahnstrecke ausgehenden verkehrlichen Wirkungen grundsätzlich geeignet war. Dieses Verkehrsmodell wurde entsprechend der Aufgabenstellung im Planungsraum disaggregiert und an die feinräumigen Anforderungen angepasst. Mit diesem verfeinerten Verkehrsmodell wurden die Verkehrsnachfrage im Ohnefall und im Mitfall berechnet und daraus die verkehrlichen Wirkungen der Maßnahme ermittelt.

Die Reaktivierung wurde nach dem Verfahren der Standardisierten Bewertung auf seine gesamtwirtschaftliche Tragfähigkeit untersucht, wobei hinterlegten Investitionen von einer Schätzung der Hessischen Landesbahn übernommen wurden.

 

Ergebnisse

Mit den unterstellten Rahmenbedingungen konnte ein Nutzen-Kosten-Indikator über dem Schwellwert von 1,0 ermittelt werden, so dass Aussicht auf Förderung besteht. Bezüglich der Infrastrukturinvestitionen wurden Kostenrisiken aufgrund geringer Planungstiefe identifiziert. Bezüglich Angebotskonzept hat sich gezeigt, dass damit die vorhandenen Nachfragepotenziale nicht vollständig erschlossen werden können, so dass möglicherweise Chancen bestehen, durch eine Anpassung des Angebotskonzepts weitere Verbesserungen zu erzielen.

 

Projektdaten

Auftraggeber:

Stadt Hungen mit Beteiligung der Gemeinde Wölfersheim, des Rhein-Main-Verkehrsverbunds und des Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe ZOV-Verkehr

Bearbeitungszeitraum: 2016-2017

 

 

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Ulrich Rückert

 

 

 

 

 

 

 

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