Regionaler Nahverkehrsplan des RMV 2010-2019

Ermittlung der Nachfrage und Identifikation und Bewertung von verkehrlich, betrieblich, gesamtwirtschaftlich und finanziell sinnvollen Maßnahmen im Ballungsraum Rhein-Main und in Regionen in Randbereichen des RMV.

 

Aufgabenstellung und Methodik

Der Regionale Nachverkehrsplan (RNVP) für den Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV soll konzeptionelle Ansätze zu folgenden Fragestellungen entwickeln:

Strategische Ausrichtung der Leistungs- und Tarifangebote auf die aktuell absehbaren Trends im Verkehrsmarkt wie beispielsweise demografischer Wandel, Energiepreisentwicklung und EU-rechtliche Vorgaben im Bereich Luftreinhaltung,

Neugestaltung der Finanzierungsmodalitäten zwischen den Gesellschaftern,

Maßgebliche Definition eines Grundangebotes SPNV,

Konzeptionelle Grundüberlegungen zur Neugestaltung der regionalen Verantwortlichkeit im Betriebszweig Bus,

Integration und Verknüpfung mit anderen Verkehrsträgern (Straßen-, Luft- und Schienenpersonenfernverkehr),

Nachfrageprognosen für Analyse, Ohnefall und Mitfälle

 

Intraplan unterstützte den RMV dabei im Bereich »Nachfrageermittlung und Bewertung der Maßnahmen«. Dazu gehören insbesondere

die Erstellung eines Verkehrsmodells für das Analysejahr 2010 für den motorisierten Verkehr im gesamten RMV-Raum, unter Verwendung empirischer Nachfragematrizen aus der RMV-Erhebung 2010 sowie der synthetisch erzeugten Verkehrsstrommatrizen aus der Verkehrsdatenbasis Rhein-Main (VDRM),

die Erstellung einer Verkehrsprognose 2020 unter Berücksichtigung von sogenannten Megatrends (Demografie, Erwerbsbeteiligung/​Erwerbsformen, Wirtschaftsentwicklung, Nutzerkosten des Verkehrs, Entwicklungen im Mobilitätsverhalten etc.),

die Entwicklung von angemessenen Bedienungsstandards für den Regionalverkehr,

die Ermittlung von Marktpotentialen und die Machbarkeitsprüfung für ein regional optimiertes Busnetz,

die Entwicklung eines angebotsseitigen Zielkonzepts für den regionalen SPNV unter verschiedenen Bewertungsgesichtspunkten (betrieblich, verkehrlich, finanziell, gesamtwirtschaftlich und ökologisch),

Ermittlung des künftigen Finanzierungsbedarfs für SPNV-Bestellungen auf Basis von modellhaft ermittelten Bestellkosten, Verbundeinnahmen und darunter den Einnahmen SPNV.

 

Wesentliche Ergebnisse

Im RMV-Raum werden zwei Entwicklungen prognostiziert, die zu sehr unterschiedlichen Herausforderungen für die ÖPNV-Aufgabenträger führen. Im Ballungsraum Rhein-Main sowie im Zulauf auf diesen ist mit einer weiteren Zunahme der Nachfrage nach ÖPNV-Beförderungsleistungen zu rechnen. Dies stellt die dortigen lokalen Aufgabenträger sowie den regionalen, für den SPNV zuständigen Aufgabenträger RMV vor die Aufgabe, die hierfür notwendigen Kapazitäten bereitzustellen, so dass dort auch künftig ein angemessenes Qualitätsniveau im ÖPNV angeboten werden kann. In den Regionen im Randbereich des RMV wird aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen mit deutlichen Nachfragerückgängen im Binnenverkehr der Gebietskörperschaften gerechnet, während der SPNV aufgrund seiner Verbindungsfunktion seine Marktposition weitgehend halten kann. Dies stellt die lokalen Aufgabenträger vor die Aufgabe, entsprechende Anpassungsstrategien zu entwickeln.

Mit Hilfe von entsprechenden Kosten-, Erlös- und Erlösaufteilungsmodellen konnte nachgewiesen werden, dass der Finanzmittelbedarf für die Bestellung von SPNV-Leistungen voraussichtlich stärker ansteigen wird, als die verfügbaren Regionalisierungsmittel, die derzeit mit einer Rate von 1,5% dynamisiert sind. Verantwortlich hierfür sind eindeutig nicht die geplanten Angebotsausweitungen des RMV im Zuge von größeren Infrastrukturmaßnahmen, sondern die Preisentwicklungen bei den Bestellungen und auf Seiten der Tarifeinnahmen.

Im Rahmen eines integrierten und multikriteriellen Bewertungsansatzes konnten Maßnahmen sowohl im Ballungsraum als auch in der Region identifiziert werden, die als notwendige bzw. sinnvolle Ergänzung der bestehenden Angebote weiter verfolgt werden sollten. Diese wurden unter verkehrlichen, betrieblichen, gesamtwirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten ausgewählt.

 

Projektdaten

Auftraggeber: Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH

Bearbeitungszeitraum: 2010 – 2012

 

 

 

 

Ansprechpartner

Dr. rer. pol. Martin Arnold

 

 

 

 

 

 

 

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