Verkehrserhebung Mecklenburg-Vorpommern

Verkehrserhebung Mecklenburg-Vorpommern

Konzeption, Aufbereitung, Durchführung und Auswertung einer Verkehrserhebung in Mecklenburg-Vorpommern im Jahre 2004.

 

Aufgabenstellung

Die VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH führte im Jahr 2004 eine landesweite Fahrgasterhebung auf den Schienenstrecken des Landes Mecklenburg-Vorpommern durch. Die VMV ist in Mecklenburg-Vorpommern für die Planung, Organisation und Finanzierung von Verkehrsleistungen, insbesondere des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zuständig.

 

Die Erhebung wurde zusammen mit der omniphon GmbH in Leipzig durchgeführt. Wir waren für die Konzeption, Aufbereitung und Auswertung der Erhebung zuständig, omniphon verantwortete die Durchführung der Feldarbeit.

 

Untersuchungsmethodik

Bei der Verkehrserhebung 2004 für das Land Mecklenburg-Vorpommern handelte es sich um eine kombinierte Verkehrszählung und –befragung in allen Verkehrsmitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Dies schloss nicht nur die überwiegend für den touristischen Verkehr interessanten Schmalspurbahnen von Bad Doberan nach Ostseebad Külungsborn (Molli) und von Lauterbach nach Göhren auf der Insel Rügen (Rasender Roland) mit ein. Es wurde auch der gesamte Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) im Land Mecklenburg-Vorpommern erhoben. Dabei handelte es sich neben den von der DB AG betriebenen IC-Linien um die von der Connex-Gruppe angebotenen InterConnex-Züge von Berlin nach Rostock und Stralsund.

 

Das Zusammenwirken von Land bzw. VMV als Bestellerorganisation des SPNV und den SPFV-Unternehmen ist im Land Mecklenburg-Vorpommern Tradition. Die Angebote von Nah- und Fernverkehr ergänzen sich. Dementsprechend nimmt die Planung des SPNV-Angebotes auf die Belange und Interessen des SPFV Rücksicht. Auf unnötige Konkurrenz der Produkte in parallelen Zeitlagen wird verzichtet. Von einem koordinierten Angebot profitiert nicht zuletzt der Fahrgast, der auf den wichtigsten Verbindungen im Land Mecklenburg-Vorpommern sowie nach Hamburg und Berlin – trotz der vergleichsweise geringen Aufkommenspotentiale – einen dichten Takt im Wechsel von Nah- und Fernverkehrsprodukten vorfindet.

 

Die Einbeziehung des Fernverkehrs erforderte eine besondere Vorgehensweise bei der Konzeption der Verkehrserhebung. Aufgrund des sehr hohen Anteils des ein- und ausbrechenden Verkehrs war es erforderlich, das Erhebungsgebiet deutlich über die Grenzen des Landes Mecklenburg-Vorpommern hinaus auszuweiten. So wurden die Fahrgäste auf der IC-Linie 20 bereits ab Hamburg gezählt und befragt. Gleiches galt für die Nahverkehrslinie Hamburg–Schwerin. Eine Besonderheit stellten die in Ludwigslust haltenden IC-Züge in der Relation Hamburg – Berlin dar. Sie bedienen auf dem Gebiet des Landes Mecklenburg-Vorpommern nur den Halt Ludwigslust. Eine Befragung aller Fahrgäste in den IC-Zügen Hamburg–Berlin schied aus. Stattdessen wurden die ein- und aussteigenden Fahrgäste in Ludwigslust gezählt und befragt. Diese Bahnhofsbefragung wurde so angelegt, dass die Ergebnisse 1:1 in die Auswertungen der übrigen Erhebungsergebnisse eingearbeitet werden konnten.

 

Mit den spezifischen Anpassungen des Erhebungsdesigns an die Erfordernisse des Verkehrsmarktes in Mecklenburg-Vorpommern konnten Lücken und Verzerrungen in den Ergebnissen, wie sie in früheren Erhebungen zum Vorschein kamen, vermieden werden.

 

Untersuchungsergebnisse

Die Ergebnisse der Verkehrserhebung wurden strecken-, bahnhofs- und zugfahrtbezogen aufbereitet. Hieraus lassen sich die für die Planung des Angebotes und die Ausschreibung von Verkehrsleistungen im Wettbewerb erforderlichen Informationen, wie z.B. linienbezogene Aufkommens- und Leistungskennwerte, Umsteigeströme in den Knoten und Nachfrageganglinien entnehmen. In weiteren Tabellen liegen die Fahrtzweckverteilung und Fahrscheinnutzung, die originäre Start- und Zielgebiete sowie die Verkehrsmittelnutzung im Zu- und Abgang zu den Bahnhöfen im Land Mecklenburg-Vorpommern vor.

 

Mit diesen Informationen kann das SPNV-Angebot in Mecklenburg-Vorpommern zielgerichtet und effizient geplant und weiterentwickelt werden. Ein an den Bedürfnissen des Fahrgastes ausgerichtetes Angebot ist die Grundlage für einen erfolgreichen ÖPNV.

 

Projektdaten

Auftraggeber: VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern

Bearbeitungszeitraum: 2004–2005

Ansprechpartner bei Intraplan: Frank Schäfer

Projektpartner: omniphon GmbH, Leipzig

 

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Frank Schäfer

 

 

 

 

 

 

 

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