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    Die Ausgangssituation

    Einführung der bwtarif-Zeitkarten als äußerst zeitkritisches und komplexes Vorhaben

    Der Aufbau des bwtarif, eines verbundübergreifenden Zeitkartentarifs in Baden-Württemberg, war von Beginn an ein äußerst komplexes Vorhaben:

    • eine große Zahl an beteiligten Akteuren, darunter neben regionalen Aufgabenträgern und Verbänden u. a. 22 Verkehrsverbünde und 9 Eisenbahnverkehrsunternehmen,
    • stark unterschiedliche Interessenslagen sowie
    • vielfältige relevante Auswirkungen auf das bestehende tarifliche Gefüge in Baden-Württemberg.

    Durch die konsequente Einbindung aller relevanten Akteure in einem strukturierten, abgestuften Beteiligungsverfahren und eine umfassende fachliche und prozessuale Begleitung durch Intraplan und civity, konnte das bwtarif-Sortiment in Stufe 1 erfolgreich eingeführt werden. Im Rahmen der 2. Stufe des bwtarif wurde im Juli 2018 unter anderem die Einführung der Zeitkarten zum 13. Dezember 2020 beschlossen. Auch hier haben Intraplan und civity den gesamten Prozess von Beginn an begleitet, um die Zeitkarteneinführung innerhalb des äußerst knappen Zeitrahmens umzusetzen.

    Die Einbindung aller relevanten Akteure in einem strukturierten, abgestuften Beteiligungsverfahren ist für derart komplexe Vorhaben dringend erforderlich.

    Der konkrete Auftrag

    Einführung eines verbundübergreifenden Zeitkartentarifs innerhalb von 18 Monaten, den alle Verbünde und Verkehrsunternehmen in Baden-Württemberg mittragen und der die bisherigen Kunden besserstellt

    In Ergänzung zum bestehenden Sortiment des bwtarif wurden zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 die neuen bwtarif-Zeitkarten für verbundüberschreitende Fahrten landesweit eingeführt, die die heutigen Zeitkarten der DB in Baden-Württemberg ersetzen. Hierfür wurde ein attraktiver Zeitkartentarif entwickelt, den alle 22 Verbünde sowie die DB mittragen und der für verbundüberschreitende Pendler attraktiver ist als bisherige Angebote. Die große Herausforderung bestand darin, die Zeitkartentarife von 22 Verbünden mit sehr unterschiedlichen Tarifniveaus, Tarifsystemen und Sortimenten in einem Tarif zu integrieren, ohne die weiterhin bestehenden Verbundtarife zu unterlaufen.

    Wie in Stufe 1 waren bei der Konzeption und Einführung der Zeitkarten alle Akteure in einem strukturierten, abgestuften Beteiligungsverfahren einzubinden. Intraplan verantwortete hierbei den Themenblock Tarif/EAV, d. h. war für die Konzeptentwicklung sowie die konkrete Ausgestaltung des Zeitkartentarifs einschließlich des Einnahmeaufteilungsverfahrens verantwortlich. Zudem war Intraplan bei der gesamten Projektorganisation, Prozessbegleitung sowie den vertraglichen Ausgestaltungen der Stufe 2 des bwtarif maßgeblich beteiligt.

    Unsere Lösung

    Aufbau einer Vertriebsdatenbank zur Analyse und Kalkulation, Entwicklung eines maßgeschneiderten Preisbildungsalgorithmus für differenzierte Vorgaben und eine portalgestützte Feinabstimmung mit allen Beteiligten

    Als Grundlage für die Konzeption des Zeitkartentarifs wurden durch Intraplan zunächst alle verfügbaren Vertriebsdaten der beteiligten Verbünde und Verkehrsunternehmen in einer Datenbank integriert und aufbereitet, um bestehende verbundüberschreitende Pendlerbeziehungen analysieren und geplante Zeitkartenkonzepte kalkulieren zu können.

    In den von Intraplan moderierten Arbeitskreisen wurde beschlossen, dass die bwtarif-Zeitkartenpreise grundsätzlich aus einer Addition der zugrunde liegenden Verbund-Zeitkartenpreise bestehen, die durch einen bestimmten Faktor abgesenkt wird, um weitere Vorgaben zu erfüllen: günstiger als DB-Zeitkarten, keine Unterlaufung bestehender Verbundtarife, insgesamt möglichst ausgeglichenes Preisniveau im gesamten Bundesland trotz stark unterschiedlicher Preisniveaus bei den Verbünden. Zudem moderierte Intraplan in den Arbeitskreisen die Detailabstimmung zu Tarifbildung, Geltungsbereichen, Sortiment der Zeitkarten etc.

    Um das Konzept der Addition der Verbundpreise grundlegend erfüllen zu können, startete Intraplan ein mehrstufiges Abstimmungsverfahren mit den Verbünden zu Übergangspunkten, Verbundpreisstufen und bwtarif-Preisen, das zum Großteil über das von Intraplan entwickelte bwtarifPortal (siehe Exkurs) erfolgen konnte.

    Die in den beteiligten Gremien und Arbeitskreisen erarbeiteten Vorgaben zur Tarifbildung, übersetzte Intraplan in eine maßgeschneiderte Preisbildungsformel mit dynamisch berechneten Absenkungsfaktor. Auf Basis der zuvor erstellten Vertriebsdatenbank konnte so in einem iterativen Verfahren sichergestellt werden, dass der entwickelte Preisbildungsalgorithmus für alle nachgefragten Relationen die Vorgaben einhält.

    Das finale Tarifwerk wurde von Intraplan über das bwtarifPortal zur Verfügung gestellt. Darin enthalten sind außerdem die finalen Zeitkartentarife für alle möglichen Relationen inklusive Informationen zu Preisbildung und Vergleichspreisen sowie die Visualisierung der gewählten Strecken und entsprechend frei gegebenen Tarifgebiete.

    Das bwtarifPortal ist eine von Intraplan entwickelte, internetbasierte Kommunikationsplattform, die zum einen zur Darstellung und Visualisierung von Tarifdaten und zum anderen zur Durchführung des Einnahmeaufteilungsverfahren genutzt wird. Die Plattform enthält neben grundsätzlichen Modulen wie der Stammdatenverwaltung (einschließlich Rechtevergabe) verschiedene Möglichkeiten zur Kommunikation und Abstimmung (Up- und Download von Daten, Feedbackformulare, Ticketverwaltung).

    Für die verbundübergreifende Abstimmung der bwtarif-Zeitkarten wurden spezielle Module zur Visualisierung und Abstimmung von Tarifdaten entwickelt:

    • Darstellung von Tarifrelationen in Tabellenform inklusive umfangreicher Selektionsmöglichkeiten sowie Exportmöglichkeit mit allen relevanten Informationen zur Preisbildung und zu Vergleichspreisen, um den beteiligten Verbünden maßgeschneiderte Prüfroutinen zu ermöglichen
    • Darstellung der Preisstruktur in Kartenform zur Visualisierung von Preisstufen und ggf. Preissprüngen im ganzen Verbundraum, um Plausibilitäts- und Konsistenzprüfungen des neuen Tarifs zu erleichtern
    • Darstellung von Details zu Einzelrelationen in einer Dashboard-Variante inklusive Informationen zu Preisbildung und Vergleichspreisen (tabellarisch und graphisch) sowie mit Kartendarstellung der gewählten Relation (siehe Abbildung) für die Detailabstimmung wichtiger Relationen

    Visualisierung von Übergabepunkten und entsprechenden Übergaberelationen inkl. Preisstufen zwischen den Verbünden

    Nutzen der Resultate

    Zeitkarten im bwtarif werden fristgemäß zum Fahrplanwechsel Dezember 2020 eingeführt.

    Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann erklärte anlässlich der Vertragsunterzeichnung zur Einführung der Zeitkarten: „Ich freue mich sehr, dass es zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 bwtarif-Zeitkarten gibt. Damit wird das Sortiment des bwtarif komplettiert – Ein Jahr früher als ursprünglich geplant lösen wir damit ein zentrales Versprechen der Landesregierung ein. Damit erreichen wir eine weitere wichtige Etappe in der Weiterentwicklung des bwtarif. Für Pendlerinnen und Pendler in unserem Land, die in mehr als einem Verkehrsverbund unterwegs sind, ist das ein super attraktives neues Tarifangebot. So stärken wir den ÖPNV als zentrale Säule einer erfolgreichen Verkehrswende.“

    Projektdaten und Ansprechpartner

    Titel
    bwtarif Stufe 2: Weiterentwicklung des Baden-Württemberg-Tarifs und Ergänzung des Produktportfolios um Zeitkarten

    Auftraggeber
    BW-Tarif GmbH

    Partner
    Civity Management Consultants

    Bearbeitungszeitraum
    seit Juli 2018