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    Projektdossiers

    Reaktivierung der Bahnstrecke Wölfersheim-Södel – Hungen für den SPNV

    Oktober 2015–Juni 2017 und Februar 2018–Oktober 2018

    Angebotskonzeption Beratung Gesamtwirtschaftliche Bewertung Gutachten und Studien ÖPNV Schienenverkehr Verkehrsmodellierung

    Die Ausgangssituation

    Die Bahnstrecke Wöfersheim-Södel – Hungen ist stillgelegt und soll für den SPNV reaktiviert werden.

    Nachfragerückgänge auf regionalen Schienenstrecken im Personen- wie im Güterverkehr haben in der Vergangenheit aus wirtschaftlichen Gründen vielfach zur Einstellung des Schienenverkehrs und teils zum Abbau der Infrastruktur und zur Entwidmung der Strecken geführt. Seit der Bahnreform wird jedoch auch die Wiederinbetriebnahme solcher Strecken für den SPNV vorgeschlagen und in zahlreichen Fällen erfolgreich umgesetzt. In den letzten Jahren ist der Klimaschutz verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt und die politisch Verantwortlichen sehen in der Reaktivierung von Bahnstrecken eine Chance, die verkehrsverursachten Emissionen von Treibhausgasen zu senken und gleichzeitig die ländlichen und oft strukturschwachen Regionen zu stärken.

    Auf dem Streckenabschnitt Wölfersheim-Södel – Hungen der Bahnstrecke Friedberg – Beienheim – Hungen wurde im Jahr 2003 der Betrieb eingestellt. Vorangegangen waren in den Jahren 1998 bis 2003 eine Reihe von Untersuchungen und Gutachten, die letztendlich zur Entscheidung der Betriebseinstellung beigetragen haben. Auf dem Abschnitt Beienheim – Wölfersheim wird weiterhin ein SPNV angeboten, auf dem bis 2016 am Vormittag noch eine Angebotslücke von ca. 5 Stunden bestanden hat und der Großteil der Züge von/bis Friedberg durchgebunden ist (RMV-Linie 47). Nach der Einstellung des SPNV-Betriebs blieben die vorhandene Infrastruktur und die Widmung als Bahnstrecke erhalten.

    Der konkrete Auftrag

    Entwicklung eines Angebots- und Infrastrukturkonzepts und Nachweis der Förderwürdigkeit mittels Standardisierter Bewertung

    Die Stadt Hungen und die Gemeinde Wölfersheim haben das Ziel, dass ein attraktiver SPNV zwischen Friedberg und Hungen angeboten wird. Sie haben daher im Jahr 2015 eine Untersuchung der Reaktivierung von Wölfersheim nach Hungen beauftragt, mit dem Ziel, die gesamtwirtschaftliche Förderwürdigkeit nachzuweisen. Nach Kostensteigerungen im Zuge der Infrastrukturplanung wurde eine Überarbeitung und Aktualisierung der Nutzen-Kosten-Untersuchung beauftragt, um weiterhin die gesamtwirtschaftliche Förderwürdigkeit nachzuweisen.

    Unsere Lösung

    Iterative Entwicklung eines maßgeschneiderten Angebots- und Infrastrukturkonzepts, das weit über den eigentlichen Planungsraum hinausreicht und optimale verkehrliche Wirkungen erzielt

    Ausgehend von älteren Untersuchungen bezüglich erreichbarer Geschwindigkeiten und Fahrzeiten sowie den im Jahr 2016 und dem für den Prognosehorizont ohne Reaktivierung geplanten Verkehrsangeboten wurden zwei Konzepte für das Bedienungsangebot Bahn im Mitfall entwickelt. Für den bevorzugten Mitfall wurden das Bedienungsangebot Bahn zwischen Hungen und Friedberg auf Fahrplanniveau ausgearbeitet und der Fahrzeugbedarf mittels Umlaufplanung, die auch die Linie 48 (Friedberg – Nidda) umfasste, ermittelt. Die Bedienungsangebote im straßengebundenen ÖPNV wurden an das Mitfall-Bedienungsangebot der Bahn angepasst.

    Bei der Aktualisierung der Untersuchung im Jahr 2018 wurde das Betriebskonzept einerseits an zwischenzeitlich veränderte betriebliche und infrastrukturelle Randbedingungen adaptiert und andererseits wurde in mehreren Schritten das Angebotskonzept in der HVZ von Friedberg nach Frankfurt Hbf und von Hungen nach Lich ausgeweitet. Durch diese Erweiterung konnten sowohl die verkehrlichen Nutzen deutlich gesteigert als auch der Fahrzeugbedarf und der Fahrzeugeinsatz  optimiert werden.

    Bei Intraplan lag ein den gesamten RMV-Raum umfassendes operationales Verkehrsmodell für Analyse 2010 und Prognosehorizont 2025 vor, das für die Ermittlung der von der Reaktivierung der Bahnstrecke ausgehenden verkehrlichen Wirkungen grundsätzlich geeignet war. Dieses Verkehrsmodell wurde entsprechend der Aufgabenstellung im Planungsraum disaggregiert und an die feinräumigen Anforderungen angepasst. Damit wurde die Verkehrsnachfrage in den Ohne- und Mitfällen berechnet und daraus die verkehrlichen Wirkungen der Maßnahme ermittelt.

    Die Reaktivierung wurde nach dem Verfahren der Standardisierten Bewertung auf seine gesamtwirtschaftliche Tragfähigkeit untersucht, wobei die Infrastrukturinvestitionen vom Auftraggeber zugeliefert wurden.

    Nutzen der Resultate

    Mit dem nachgewiesenen ausreichenden Nutzen-Kosten-Indikator konnten die Auftraggeber positive Beschlüsse fassen und die nächsten Schritte zur Reaktivierung  angehen.

    Die Verkehrsprognosen zeigen auf, welche Elemente des Angebotskonzepts einen hohen Wirkungsbeitrag liefern, so dass die Kommunen und der RMV diese bei den weiteren Planungs- und Umsetzungsschritten gezielt berücksichtigen können. In beiden Aufträgen konnten ausreichende Nutzen-Kosten-Indikatoren berechnet werden, so dass Aussicht auf Förderung besteht. Infrastruktur-Kostenrisiken aufgrund geringer Planungstiefe wurden im ersten Auftrag identifiziert, so dass die Auftraggeber entsprechende Prüfungen gezielt beauftragen konnten.

    Projektdaten und Ansprechpartner

    Titel
    Standardisierte Bewertung Reaktivierung Bahnstrecke Wölfersheim-Södel – Hungen für den SPNV

    Auftraggeber
    Stadt Hungen mit Beteiligung der Gemeinde Wölfersheim, des Rhein-Main-Verkehrsverbunds und des Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe ZOV-Verkehr

    Bearbeitungszeitraum
    Oktober 2015–Januar 2017 und Februar 2018–Juli 2018